Wenn der Hals schmerzt
Bei all den gerechtfertigten Corona-Debatten sollten wir auch die klassischen Symptome nicht vergessen. Heute Halsschmerzen. Ein ganz banales Thema. Eigentlich ...
„Eigentlich" deshalb, weil es in der Kinderheilkunde wohl kaum ein Symptom gibt, bei dem sich die Behandlungsrichtlinien in den letzten zehn bis 15 Jahren derart stark geändert haben. Ein weiteres Problem: Es kursieren, verstärkt durch das Internet, noch immer viele Halbwahrheiten und falsche Therapieanweisungen für Halsschmerzen im Kindesalter.
Früher ging man davon aus, dass Halsschmerzen, die durch Streptokokken verursacht sind, unbedingt antibiotisch behandelt werden müssen, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Man weiß heute, dass dem nicht so ist. Deswegen lautet auch die wichtigste Botschaft: Halsschmerzen bei Kindern müssen in den allerallerseltensten Fällen antibiotisch behandelt werden. In Erwägung zu ziehen ist solch eine Behandlung nur, wenn es dem Kind überhaupt nicht gut geht. Also wenn es insgesamt schlecht beieinander ist, hoch fiebert, ganz starke, ausgeprägte Halsschmerzen hat, kaum schlucken kann, kaum das Trinken runterbekommt. Dann ist es auch angebracht, einen Abstrich auf Streptokokken zu machen. Und wenn dieser positiv ist, das Kind auch antibiotisch zu behandeln.
In allen anderen Fällen braucht es eigentlich nicht einmal diesen Abstrich auf Streptokokken, denn wenn das Kind in einem ordentlichen Allgemeinzustand ist, also nur ein bisschen fiebrig, ein bisschen kränklich, aber überhaupt nicht bedrohlich, dann sollte man auf Abstrich und Antibiotika verzichten. Hier helfen Lutschtabletten und mit Salbeitee gurgeln - und bei Bedarf gegen die Schmerzen Paracetamol oder Ibuprofen. Mehr braucht es nicht. Was man natürlich tun muss: Das Ganze im Auge behalten und bei Verschlechterungen erneut den Kinderarzt kontaktieren.
Eine in diesem Zusammenhang oft gestellte Frage dreht sich um die Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen. Sprich: Wann darf mein Kind wieder in den Kindergarten oder in die Schule? Klare Antwort: Wie bei anderen Infektionen - wenn das Kind wieder fit und gesund ist und 24 bis 48 Stunden fieberfrei. Wenn es antibiotisch behandelt werden sollte, dann frühestens 48 Stunden nach dem Beginn der Behandlung.
Weitere interessante Tipps
Tics
Heute geht es um Tics - ein Thema, das bei Eltern große Ängste auslöst. Deswegen vorab die gute Nachricht: Bei den meisten Kindern tritt eine Tic-Störung nur vorübergehend auf. Und bei den meisten legt sie sich von selbst wieder. Manchmal nach Wochen, manchmal nach Monaten - aber sie geht wieder weg.
Schwächen schwächen …
Einer meiner Lieblingssätze - aus dem sich eine kleine, aber feine Aufgabe ableiten lässt: Setzen Sie sich hin und schreiben Sie sich sieben Dinge auf, die Ihr Kind besonders gut kann, oder die Sie besonders an ihm mögen. Und dann geben Sie ihm im Laufe der Woche jeden Tag eine positive Rückmeldung.
Harnwegsinfekt
Das Kind muss sehr häufig Pipi machen, hat dabei Schmerzen oder nässt untypischerweise ein. Klassische Symptome für einen Harnwegsinfekt. Wenn Sie diese bei Ihrem Kind beobachten, sollten Sie auf eine Sache besonders achten.