Das große Krabbeln
Dies wird kein Ausflug ins Reich der Insekten, bei Eltern kleiner Kinder ist Krabbeln ein mindestens genauso großes Thema. Zwei Fragen stehen da immer im Vordergrund: Wann sollte ein Kind krabbeln? Und muss ein Kind überhaupt krabbeln?
Zum ersten Punkt: Die meisten Kinder fangen frühestens mit sechs und spätestens mit zehn bis 12 Monaten an zu krabbeln. Zum zweiten Punkt: Krabbeln ist tatsächlich kein Entwicklungsmeilenstein, also nichts, was jedes Kind automatisch durchläuft. Der Schweizer Kinderarzt Remo Largo hat dazu eine große Studie gemacht, in der er zeigen konnte, dass ungefähr zehn Prozent aller Kinder eines Jahrgangs nicht krabbeln, dass dies aber für die weitere geistige Entwicklung der Kinder überhaupt keine negative Auswirkung hat.
Das ist deshalb wichtig, weil man immer noch ab und zu lesen kann, dass es für ein Kind schlecht sei, wenn es nicht krabbelt, weil sich dies negativ auf die Hirnvernetzung auswirken würde. Darauf gibt es aber definitiv keine Hinweise! Es macht also auch keinen Sinn, wenn man sich als Eltern z. B. neben das Kind auf den Boden kniet und versucht, Krabbeln vorzumachen.
Im Normalfall entsteht dieser Bewegungsdrang von ganz allein. Und rund 90 Prozent machen dann eben das klassische Krabbeln, andere rutschen vielleicht auf dem Popo herum oder schieben sich durch die Gegend.
Insgesamt ist es einfach wichtig, dass ein Kind so zwischen neun und 12 Monaten anfängt, mobil zu werden und sich mehr im Raum zu bewegen. An der Stelle auch der Hinweis, dass es dann besonders wichtig ist, die Wohnung richtig kindersicher zu machen. Es sollen keine Sachen rumliegen, die ein Kind verschlucken könnte, eine mögliche Treppe muss abgesichert werden u. s. w.
Für Sie wichtig: Wenn Ihr Kind mit etwa zehn bis 12 Monaten diesen Bewegungsdrang nicht zeigt, wäre das ein Grund zum Kinderarzt zu gehen. Aber nur, weil Ihr Kind nicht krabbelt, müssen Sie nicht beunruhigt sein.
Weitere interessante Tipps
U3-Vorsorge
Ein Thema für frischgebackene Eltern oder Menschen, bei denen das Elternwerden bald ansteht: die U3-Vorsorge. Das ist in der Regel die erste Vorsorgeuntersuchung, die in der Kinderarztpraxis stattfindet. Die U1 findet eigentlich immer im Kranken- oder Geburtshaus statt, die U2 meistens auch.
Sonnenschutz
Beim Sonnenschutz gilt wie so oft: Es gibt Regeln - aber man muss Dinge auch mit gesundem Menschenverstand angehen. Bitte nicht aus Panik vor UV-Schäden die Kinder einsperren. Denn beides ist möglich: Bewegung im Freien und sicherer Sonnenschutz - wenn man einige Spielregeln beachtet. Was nie schadet: Wenn Erwachsene ein gutes Vorbild sind.
Verstopfung
Verstopfung ist einer der häufigsten Gründe, warum Eltern mit ihren Kindern in die Praxis kommen. Das Gute: Das Problem lässt sich meist leicht lösen und ist nur selten Symptom einer Erkrankung.