Wenn Jungs vermeintlich einen Busen bekommen
Das heutige Thema betrifft Jungen im Alter von zwölf bis 15, bzw. deren Eltern. Alle anderen können natürlich trotzdem weiterlesen :-). Das Thema heißt „Gynäkomastie" und führt dazu, dass Jungen oft einigermaßen verzweifelt in der Praxis stehen und auch die Eltern echt besorgt sind.
Was ihnen Sorgen macht, ist der Umstand, dass bei Jungen, meist so im Alter von zwölf bis 13 plötzlich eine Brustdrüse dick wird, sodass es fast aussieht, als ob ein kleiner Busen entsteht. Wenn Kinder oder Jugendliche ein bisschen übergewichtig sind, passiert das häufiger. Das Wichtigste vorab: Das ist eine völlig harmlose, nahezu normale Geschichte, die aber eben oft große Ängste auslöst und den Jungen peinlich ist.
Entscheidend ist, zu verstehen, was der Grund für die Schwellung ist und auch, was der Grund für die Harmlosigkeit der Sache ist. Wenn Jungen in die Pubertät kommen, produzieren sie vermehrt Hormone - überwiegend Testosteron, aber eben vor allem zu Beginn der Pubertät auch Östrogen. Und das Brustdrüsengewebe ist bei jedem Menschen anfällig für dieses weibliche Hormon. Und darum kann es in diesen Phasen sein, dass das Brustgewebe anschwillt. Komischerweise, mir ist keine Erklärung dafür bekannt, tritt die Schwellung oft nur einseitig auf.
In aller Regel genügt ein beruhigendes Gespräch, in dem wir erklären, dass es einfach nur eines braucht: Geduld. Nach vier oder sechs, vielleicht auch acht Monaten entwickelt sich das im Normalfall wieder problemlos zurück und die Brust des dann jungen Mannes schaut wieder normal aus.
Wie immer gilt: Wenn irgendwas bei Ihrem Sohn dennoch so ist, dass er sich nicht wohlfühlt, dann schauen wir uns die Sache natürlich gerne an. Aber es ist einfach schon mal gut zu wissen, dass das ein normaler vorübergehender Prozess ist.
Weitere interessante Tipps
Arztbesuch nicht nötig
Keine Angst, wir wollen niemanden vergraulen. Im Gegenteil. Jede/r ist willkommen. Wir freuen uns immer, wenn wir Sie mal wieder sehen. Auch wenn der Anlass oft kein besonders guter ist. Dennoch wollen wir Hilfestellung geben, wann ein Besuch in der Kinderarztpraxis nicht nötig ist. Um euch und uns das Leben etwas zu vereinfachen.
„Picky Eating“
Viele Eltern kennen das: Am Esstisch gibt's Stress und Krach, weil der oder die Kleine nur den Käse oder die Wurst isst - nicht aber das Brot. Und ganz bestimmt keine Gurke - oder sogar Brokkoli!!! Auf welche Art auch immer: Kinder können furchtbar spezielle Esser sein. Unter Umständen spricht man dabei von „picky eating".
Lügen
Tränen lügen nicht - behauptet zumindest Michael Holm in seinem berühmten Schlager. Kinder hingegen lügen schon. Manchmal sogar wie gedruckt. Das versetzt Eltern oft ziemlich in Stress und darum schauen wir uns dieses Thema mal genauer an. Und auch, weil es ehrlicherweise ein Thema ist, bei dem wir Eltern immer schauen müssen, wie groß unser eigener Anteil daran ist.