Dos and Don'ts am Tag der Zeugnis-Vergabe
Die Tage, an denen Kinder Zeugnisse erhalten, sind für Familien wichtig - und oftmals schwierig und konfliktträchtig. Darum hier ein paar Tipps, wie der Tag gut laufen kann.
Keine Strafen und auch keine absurden Belohnungen. Man sollte sich klar machen, dass eine Note nicht unbedingt etwas darüber aussagt, wie sehr ein Kind sich angestrengt hat oder darüber, ob es Leistungsbereitschaft an den Tag gelegt hat - sondern viel mehr darüber, wie gut es mit einer gestellten Aufgabe klargekommen ist. Jemand, dem Mathe leicht fällt, muss sich für eine 2 nicht anstrengen, andere strengen sich wie verrückt an und es wird trotzdem „nur" eine 4.
Keine Vergleiche unter Geschwistern. Das ist nicht gut fürs Familienklima und es hilft der kindlichen Entwicklung nicht, Sätze zu hören wie „nimm dir doch mal ein Beispiel an deiner Schwester" oder „dein Bruder hat sich mehr angestrengt." Das ist im Endeffekt nur beschämend für das Kind.
Den Zeugnis-Tag nutzen, um mit den Kindern gemeinsam auf das zurückliegende Jahr zurückzuschauen, ganz unabhängig von Schule. Fragen können sein: Wo in deinem Leben gab es tolle Erlebnisse, wo ging es voran, bist du vielleicht ein bisschen mutiger geworden, hast du deinen Freundeskreis vergrößert, ein neues Hobby gefunden? Also einfach schauen, wo bei dem Kind positive Entwicklung stattgefunden hat.
Authentisch sein. Wir Eltern sollten die Gefühle, die unser Kind mit dem Zeugnis hat, ernst nehmen und es begleiten. Ein Kind darf ruhig mal ein, zwei Tage traurig sein über ein Zeugnis. Da hilft es nicht, wenn man Dinge sagt wie „das ist doch nicht schlimm" oder „stell dich nicht so an". Toll ist, wenn es gelingt, so eine Traurigkeit oder Missgestimmtheit einfach emotional zu begleiten. Und, wenn das Kind zum Beispiel Motivation zeigt, Dinge anders oder besser machen zu wollen, dass man dann gemeinsam drüber redet, wie man im neuen Schuljahr Dinge anders gestalten kann.
Weitere interessante Tipps
RSV
Heute geht's um ein Thema, das gerade in aller Munde ist - und nicht nur in puncto Aussprache eine Herausforderung darstellt: Die Rede ist vom „respiratory syncytial virus", oder kurz RS-Virus, das Kinderpraxen und -kliniken in diesem Jahr besonders beschäftigt.
Sonnenschutz
Beim Sonnenschutz gilt wie so oft: Es gibt Regeln - aber man muss Dinge auch mit gesundem Menschenverstand angehen. Bitte nicht aus Panik vor UV-Schäden die Kinder einsperren. Denn beides ist möglich: Bewegung im Freien und sicherer Sonnenschutz - wenn man einige Spielregeln beachtet. Was nie schadet: Wenn Erwachsene ein gutes Vorbild sind.
Schule gegen Kinder
Silke Müller, ehemalige Schulleiterin und heute als Autorin und Speakerin eine der prägnantesten Stimmen für digitale Ethik und Bildungsgerechtigkeit hat ein neues Buch herausgebracht: „Schule gegen Kinder“ ist eine scharfe Bestandsaufnahme unseres Schulwesens und befasst sich mit der Frage, inwiefern unser Schulsystem Kinder auf ein Leben in einer digitalisierten Welt vorbereitet.