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Tipp vom Doc

Fieberkrampf - Harmloser Horror

Heute haben wir ein Thema aus der Kategorie „Der Stephen King der Kinderheilkunde". Sprich: der blanke Horror. Es geht um den Fieberkrampf.

Die meisten Eltern, die den ersten Fieberkrampf ihres Kindes erlebt haben, erzählen, dass es das Gruseligste war, was sie je erlebt haben. Sie schildern, dass es sich angefühlt habe, als würde ihnen das Kind sofort unter den Händen wegsterben. Und dabei ist der Fieberkrampf medizinisch betrachtet eigentlich gar keine so wilde Sache.

Wer bekommt eigentlich Fieberkrämpfe?

Im Normalfall Kinder zwischen eins und fünf, es kann aber auch schon einmal bei einem sechs Monate alten Baby auftauchen. Aber im Grundschulalter ist der Spuk normalerweise vorbei. Kinder mit Fieberkrämpfen sind normal entwickelt und sonst gesund. Fieberkrämpfe beruhen auf einer Veranlagung des Gehirns, in einer bestimmten Entwicklungsphase auf Fieber mit Krampfanfällen zu reagieren.

Das Typische beim Fieberkrampf: Das Kind ist davor im Grund ganz gesund und hat eigentlich auch noch gar kein Fieber. Meist kommt der Fieberkrampf beim ersten rasanten Fieberanstieg. Aus dem Nichts heraus fängt das Kind plötzlich an, am ganzen Körper zu krampfen. Es verdreht die Augen, wird blau im Gesicht, hört kurz auf zu atmen, ... Es ist wirklich ein gruseliges Ereignis.

Was kann man tun? Ruhe bewahren! Außerdem schauen, wie lange der Krampf dauert, die Kleidung des Kindes lockern, damit es frei atmen kann. Darauf achten, dass es sich nirgends verletzt. Auf keinen Fall Getränke oder Nahrung geben! Erstickungsgefahr!

Das einzig Gute: Die meisten Fieberkrämpfe hören nach zwei bis drei Minuten von selbst wieder auf. Wichtig für Sie: Nach dem ersten Fieberkrampf muss das Kind von einem Arzt angeschaut werden. Denn nicht alles, was bei Fieber krampft, ist ein Fieberkrampf. Es kann auch ein Krampf im Rahmen einer schweren Infektionskrankheit sein, zum Beispiel einer Hirnhautentzündung oder von einer anderen Grunderkrankung. Deswegen muss das Kind nach dem ersten Auftreten immer untersucht werden. Erst wenn die eindeutige Diagnose Fieberkrampf gestellt ist, können Eltern eventuelle weitere Krämpfe von alleine durchstehen. Unterstützt von einem Notfallmedikament, damit der Krampf schneller aufhört.

Vorbeugende Maßnahmen gibt es leider keine.

Zusammenfassung: Es gibt Fieberkrämpfe bei Kindern, die furchtbar ausschauen, aber in der Regel völlig harmlos sind. Eine weitere gute Botschaft: Ob ein Kind in seiner Kindheit einen, drei oder fünf Fieberkrämpfe hat, ist nicht entscheidend. Das Kind nimmt keinen Schaden. Und es ist auch kein Marker dafür, dass das Kind später eine Krampfkrankheit, also eine Epilepsie entwickelt.

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