"Schmierauge" beim Baby – was ist da los?
Ein Thema für Eltern von Babys. Ein häufiger Grund, aus dem Eltern mit ihrem Baby in die Praxis kommen, ist, dass das Auge des Kindes schmiert. Die Eltern bemerken, dass das Auge ein bisschen gerötet und sehr verklebt ist sowie womöglich gelblicher „Schmadder" im Auge zu sehen ist. Die Eltern meinen dann meist, dass das Auge eitert - was aber fast nie der Fall ist.
Was tatsächlich passiert ist, dass die Tränen nicht richtig abfließen können. Es gibt einen Tränenkanal vom Auge zur Nase hinunter. Bei vielen Babys ist dieser in den ersten Wochen, manchmal auch in den ersten Monaten, noch nicht richtig offen. Die Tränen, die nicht richtig abfließen, vermischen sich dann mit dem, was wir Sandkörner nennen. So entsteht der gelbe „Schmadder", der das Auge oft auch verklebt.
Wenn das Auge ansonsten aber nicht rot ist, wenn Bindehaut (das Weiße im Auge) und Bindehautsack (Innenseite Unterlid) nicht dramatisch gerötet sind, dann ist das eine harmlose Geschichte.
Was kann man tun? Das Auge mit abgekochtem kaltem Wasser auswaschen oder pflanzliche Euphrasia-Tropfen verwenden. Und man kann versuchen, den Tränengang ein bisschen aufzumassieren, indem man vom Augenwinkel runter zur Nase mit sanftem Druck massiert. Das hilft oft, dass die Tränen besser ablaufen und sich dann auch diese leichte Entzündung des Auges zurückbildet.
Sollte das auch im Alter von sechs bis acht Monaten noch immer gehäuft vorkommen, dann ist es tatsächlich eine Sache, mit der man auch mal zum Augenarzt geht. Das können Sie gerne mit uns Kinderärztinnen und -ärzten besprechen. Wirklich stärker behandeln, also antibiotisch, muss man das nur, wenn das Auge insgesamt entzündet und stärker gerötet ist.
Wie immer gilt: Bei Unsicherheit lieber einmal öfter schauen lassen. Aber wichtig zu wissen ist, dass dieses normale leichte „Schmierauge" nichts Krankhaftes ist und bei ganz vielen Säuglingen in den ersten Wochen und Monaten vorkommt.
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