Choose your language

Tipp vom Doc

„Was Familie leichter macht“ von Nora Imlau

Dass der Doc großer Fan von Nora Imlau ist, wissen viele schon. Klar also, dass er sich gefreut hat über ihr neues Buch „Was Familie leichter macht“. Ebenso klar, dass er es gleich gelesen hat.

Fazit vorneweg: Er ist sehr, sehr, sehr zufrieden. Mit nur einer kleinen Einschränkung.

Was ist toll an dem Buch bzw. daran, wie Nora Imlau ihre Bücher schreibt? Es ist bewundernswert, mit welcher Leichtigkeit sie schreibt. Es ist sehr angenehm ihre Bücher zu lesen – die inhaltlich sehr gehaltvoll sind, ohne jemals abgehoben oder hochtrabend zu sein in Sachen Stil und Sprache. Man kann die Bücher also flüssig lesen und dabei wahnsinnig viel für sich mitnehmen.

Es ist auch super, wie Eltern von ihr verlässlich an den Punkten abgeholt werden, wo klassischerweise Sorgen liegen, wo man sich vielleicht zu sehr einen Kopf macht. Es gelingt auch in diesem Buch wieder sehr gut, den Eltern zu sagen: „Hey, denkt mal drüber nach, was ihr für Glaubenssätze mit euch herumtragt, wo ihr Sorgen um die Kinder habt, die vielleicht gar nicht so angebracht sind.“ Das passiert in einem so angenehmen Ton, dass es einfach sehr gewinnbringen ist für die Leserinnen und Leser.

Und was den Doc total geflasht hat: Das Kapitel über Neurodivergenz. Das ist mit das Beste, was er je zu dem Thema gelesen hat – und er hat schon viel darüber gelesen und viel darüber diskutiert. Nora Imlau hat einen sehr verständnisvollen Blick auf das Thema, gute Tipps für den Umgang damit und, besonders wichtig, macht ein klares Statement, dass Neurodivergenz und eine medizinische Diagnose sich überhaupt nicht ausschließen. Sondern dass es, ganz im Gegensatz, durchaus okay ist, wenn neurodivergente Kinder eine klare Diagnose bekommen und dies auch für die Familien hilfreich sein kann. Im Endeffekt läuft es im Umgang mit den Kindern aber trotzdem aufs Gleiche hinaus.

Die kleine Einschränkung zum Schluss: Es gibt einen Punkt, in dem der Doc nicht ganz zustimmen kann und zwar beim Thema Handy / Medien. Auch wir in der Praxis versuchen natürlich den Eltern Stress zu nehmen bei dem Thema und ihnen zu sagen, dass es einfach Teil der Welt ist von Kindern und Jugendlichen und wir damit nicht zu streng sein sollten. Aber wir müssen eben schon sehen, dass es wahnsinnig viele Familien gibt, bei denen das Thema extrem aus dem Ruder läuft und sie stark darunter leiden. Bei diesem Punkt findet der Doc den Ton im Buch manchmal ein bisschen zu lässig bzw. wird für seinen Geschmack zu wenig vermittelt, dass das ein Thema ist, das Familien sehr belasten kann und bei dem eine gewisse Restriktion vielleicht doch auch ein guter Erziehungsansatz ist. Darüber kann man aber natürlich diskutieren.

Unterm Strich: absolute Leseempfehlung.

zur Tipp-Übersicht

Weitere interessante Tipps

Krankheitsübertragung vermeiden!?

Mich hat eine spannende Frage einer Mutter erreicht. Nämlich: Wie kann man, bzw. inwiefern muss man im Alltag mögliche Krankheitsübertragungen auf Kinder vermeiden? Anmerkung vorab: Wir machen das hier allgemeingültig, also unabhängig von Corona. Denn klar: Im Moment ist die Sensibilität was Infektionsübertragung angeht, extrem hochgefahren. Aber ich glaube, die Frage ist allgemein wichtig und wird darum auch entsprechend beantwortet.

Affenpocken

Seit Affenpocken medial Thema sind, kommen immer wieder Fragen von Eltern, ob es auch für Menschen hier relevant ist und ob es Grund zur Sorge gibt, besonders natürlich um die Kinder. Grund genug, dass wir uns das Thema mal anschauen.

Adultismus

In letzter Zeit taucht in den Bereichen Erziehung/Schule/Kindergärten immer wieder das Wort „Adultismus" auf. Zeit also, mal etwas aus kinderärztlicher Sicht dazu zu sagen.