,,Kinder sind viel robuster und kompetenter als wir sie im Alltag sein lassen.''
Norbert F. Schneider, Soziologe und Familienforscher im Interview mit dem „Spiegel"
Für das Heranwachsen und die seelische Gesundheit unserer Kinder ist es elementar wichtig, dass sie frühzeitig lernen, mit Frustrationen und Ungerechtigkeiten im Leben zurechtzukommen. Optimalerweise werden sie von uns Eltern dabei begleitet und gestärkt. Wir leisten ihnen Beistand und halten gemeinsam aus, dass es eben auch Momente gibt, die nicht schön sind.
Leider ist aber der Trend zu beobachten, dass Eltern allzu oft versuchen, jeglichen Schmerz und Frust von den Kindern fernzuhalten. In der Praxis zum Beispiel sehen wir das, wenn die Kinder schon bei den kleinsten Sachen mit einem Video oder ähnlichem abgelenkt werden müssen. Besser wäre, man sagt so etwas wie: „So, jetzt wird's unangenehm, jetzt tut's kurz ein bisschen weh - aber gemeinsam schaffen wir das." Oder auch Dinge wie Ungerechtigkeiten in der Schule: Das kann und darf ein Kind auch einfach mal aushalten. Wenn die Eltern dem Kind beistehen, emotional an seiner Seite stehen, dann wird es unterm Strich gestärkt und seine Selbstkompetenz wächst.
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