Choose your language

Tipp vom Doc

Die App zum Mitfiebern

„You give me fever" - schon der King hat über Fieber gesungen, es ist also mehr als berechtigt, wenn wir uns zum zweiten Mal diesem Thema widmen. Denn es gibt etwas Cooles, Neues.

Und zwar hat die Universität Witten/Herdecke eine sogenannte Fever-App entwickelt. Das ist ein Studienversuch, der Eltern helfen soll, der sie quasi coachen soll. Und zwar im Umgang mit fiebernden Kindern. Denn es ist nach wie vor so, dass Fieber bei Eltern ganz irrationale Ängste auslöst. Dabei ist es an sich eigentlich oft überhaupt nichts Schlimmes. Dazu gibt es in unserem Archiv schon ein ausführliches Video samt PDF.

Zurück zur App: Unsere Praxis nimmt an dieser Studie teil. Das heißt, wenn Sie Interesse haben, können Sie sich auf der Website www.feverapp.de das Ganze mal durchlesen. Und wenn Sie dann Lust haben, mitzumachen, können Sie bei uns in der Praxis den erforderlichen Praxiscode abfragen (gerne auch per E-Mail), an dieser Studie teilnehmen und Ihr Wissen und den Umgang mit Fieber verbessern.

Hier noch einmal alle wichtigen Basisinformationen zu Fieber:

  • Ab 38 Grad spricht man von Fieber. Für mich als Kinderarzt ist die Fieberhöhe jedoch kein wirklich relevantes Kriterium zur Einschätzung eines Kindes.

  • Die Höhe des Fiebers sagt nichts über die Schwere der Erkrankung aus. Das 3-Tages-Fieber ist zum Beispiel eine sehr harmlose Virusinfektion bei Babys und Kleinkindern und geht oft mit sehr hohem Fieber einher - wobei die Kinder in der Regel dennoch in gutem Allgemeinzustand sind. Andersherum gibt es Kinder, die kein Fieber haben und richtig schwer krank sind.

  • Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Erreger. Botenstoffe des Immunsystems fahren die „Betriebstemperatur" nach oben, der Stoffwechsel wird hochgefahren (schnellere Atmung, höherer Puls, Schwitzen).

  • Fieber sorgt dafür, dass im Körper mehr Abwehrstoffe gebildet werden und dass das Lebensmilieu für Viren und Bakterien ungünstiger wird. Daher ist Fiebersenkung auch eigentlich nicht wirklich sinnvoll. Der gesunde Mittelweg: Das Kind fiebern lassen, wenn es aber zu schlecht drauf ist, zu starke Schmerzen hat, bei Bedarf auch mal etwas geben, eher als Schmerz- denn als Fiebermittel. Die Standardmedikamente Ibuprofen und Paracetamol sind immer schmerzmindernd und fiebersenkend.

  • Zum Arzt sollte man: Wenn einem der Allgemeinzustand komisch vorkommt, wenn ein Säugling in den ersten sechs Monaten fiebert, wenn das Fieber über drei Tage dauert, bei anhaltender Trinkverweigerung, bei Bewusstseinstrübung.

zur Tipp-Übersicht

Weitere interessante Tipps

Selbstverletzendes Verhalten II

Ein schwieriges, belastendes Thema: selbstverletzendes Verhalten bzw. Ritzen. Vom Doc gibt's dazu das Wichtigste in Kürze. Für alle, die mehr lesen möchten, folgt ein Link zu einem Interview, das der Kinder- und Jugendpsychiater Frank Köhnlein dem Schweizer Elternmagazin „Fritz und Fränzi" gegeben hat.

U3-Vorsorge

Ein Thema für frischgebackene Eltern oder Menschen, bei denen das Elternwerden bald ansteht: die U3-Vorsorge. Das ist in der Regel die erste Vorsorgeuntersuchung, die in der Kinderarztpraxis stattfindet. Die U1 findet eigentlich immer im Kranken- oder Geburtshaus statt, die U2 meistens auch.

Bauchschmerzen

Heute ein Dauerbrenner-Thema der Kinderheilkunde: Es geht um Bauchschmerzen. Die sind zum großen Teil ein Phänomen - denn oft ist nicht klar, warum die Kinder darunter leiden.