Die Aufgabe der Umgebung
„Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren." Was heißt das nun? Das heißt, dass wir Eltern ganz oft nachdenken und nachspüren müssen, wie unser Kind tickt.
„Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren."
Maria Montessori
Was heißt das nun? Das heißt, dass wir Eltern ganz oft nachdenken und nachspüren müssen, wie unser Kind tickt. Wir müssen ein Gefühl dafür bekommen, welche Eigenschaften und Persönlichkeitszüge im Kind angelegt sind - und wie es uns gelingt, diese zu fördern, anstatt irgendetwas zu verlangen, das wir selbst cool finden, gerne machen oder in dem wir gut sind.
Beispiel 1: Bei einem Kind, das sehr introvertiert ist, nützt es überhaupt nichts, wenn Sie bei jedem Bäcker- oder Metzgerbesuch sagen „Was sagt man denn da?" oder „Sag doch mal Danke". Das Kind wird es nicht tun, weil es nicht seinem Naturell entspricht, weil es sich nicht traut. Und wenn es immer wieder vor anderen dazu aufgefordert wird, dann ist das nur eine Belastung - und das Kind wird den Schritt dadurch kein bisschen schneller gehen. Es muss auf anderen Wegen gestärkt werden und wird dann irgendwann diese Höflichkeitsdinge auch bewältigen können.
Beispiel 2: Wenn man selbst ein ganz leidenschaftlicher Sportler ist, sagen wir ein Handballer, dann ist es absolut sinnlos, aus seinem Kind unbedingt auch einen Handballer machen zu wollen, wenn man merkt, dass ihm vielleicht der Wettkampfbiss oder die Feinmotorik fehlen - oder schlicht die Lust auf Handball.
Sie sollten einfach ein Gespür dafür entwickeln, wo die Bereiche sind, in denen Ihr Kind sich leichter tut zu wachsen, in denen Sie als Eltern es fördern können. Wobei „einfach" natürlich nicht stimmt - für uns Eltern ist das manchmal furchtbar schwierig. Ein kleiner Trost, das sozusagen als Tipp: Je mehr Kinder Sie haben, desto höher ist die Chance, dass eines von ihnen das gerne macht, was auch Sie gerne machen :-).
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