Zähneknirschen: kein Grund für Heulen und Zähneklappern
Ein recht häufiges Thema in der kinderärztlichen Praxis: Zähneknirschen. In den meisten Fällen steckt nichts Ernsthaftes dahinter und die Sache erledigt sich nach einiger Zeit von selbst. Und doch lohnt sich ein Blick auf das Thema – zumal es eine aktualisierte Leitlinie dazu gibt.
Die Grundlagen: In der Fachsprache spricht man von Bruxismus. Davon betroffen ist etwa die Hälfte aller Kinder. Jedes zweite Kind hat bis zur Pubertät Phasen, in denen es mit den Zähnen knirscht – meistens nachts, aber durchaus auch tagsüber.
Was steckt hinter dem Knirschen, woher kommt es? Zum einen geht man davon aus, dass ein gewisses Maß, vor allem im Kleinkindalter, sogar gut und gewollt ist, weil die Kinder so ihre Kaumuskulatur trainieren und koordinieren. Ansonsten nimmt man an, dass Stress, innere Anspannung, Unausgeglichenheit oder auch schlechter Schlaf zum Knirschen führen.
Dementsprechend ist die hauptsächliche Vorgehensweise beim Knirschen auch, die Sache entspannt zu nehmen. Ähnlich wie beim Nägelkauen kann man versuchen, das Kind zu entspannen, vielleicht vor dem Einschlafen noch eine kleine Traumreise zu machen oder auch mit einem Hörbuch die Muskelentspannung zu befördern. Kurzum: das Kind etwas runterholen.
Wenn das Knirschen dennoch sehr ausgeprägt ist, schadet es sicherlich nicht, mal einen Zahnarzt oder eine Kieferorthopädin draufschauen zu lassen. In seltenen Fällen kann es angebracht sein, dem Kind für kurze Zeit ein Knirsch-Schiene zu verordnen.
Zusammengefasst: Meist ein harmloses, vorübergehendes Phänomen. Und dennoch gilt natürlich, wenn das Thema beim eigenen Kind vorliegt und die Eltern sich Sorgen machen, dann einfach uns in der Praxis ansprechen.
Wer mehr lesen möchte, kann hier in die aktuelle Leitlinie schauen (S.72-76): https://register.awmf.org/assets/guidelines/083-027l_S3_Diagnostik-Behandlung-Bruxismus_2026-05_1.pdf
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