Vorsicht heiß!
„Paulinchen war allein zu Haus ..." - viele von Ihnen kennen das Schicksal des Mädchens aus dem Struwwelpeter. Damit das Ihren Kindern erspart bleibt, unsere Tipps gegen und bei Verbrennungen und Verbrühungen.
Der allerwichtigste Aspekt vorneweg: Zwei Drittel aller Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle können verhindert werden - wenn die richtigen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Es ist das gleiche wie beim Thema Wasser/Ertrinken. Ein Kind bis zu einem gewissen Alter darf nicht alleine in der Nähe von Feuer, heißen Gegenständen und ähnlichen Gefahrenquellen sein. Denn Kinder handeln oft irrational: Mit einer blitzschnellen unerwarteten Bewegung wirft der Säugling die Kaffeetasse um. Oder das Kleinkind kann gerade laufen und stützt sich mit einer Hand am heißen Schwedenofen ab, um den kein Gitter gemacht wurde.
Also, die ganze Umgebung des Kindes gründlich inspizieren - immer mit der Frage: Wo lauern Gefahren? Beispiele gefällig? Keine Kabel eines Wasserkochers runterhängen lassen. Keine Tischdecken benutzen, an die das Kind sich hängen und Tassen mit heißem Inhalt auf sich kippen könnte etc.
Sollte trotz aller Vorsicht und Prävention doch etwas passieren, dann ist die erste Maßnahme, die betroffene Stelle zu kühlen - mit nicht zu kaltem Wasser. Wir empfehlen: Mit 20 bis 25 Grad warmem Wasser für fünf bis zehn Minuten kühlen. Das lindert den Schmerz ein wenig. Darüber hinaus ist es ratsam, dem Kind etwas gegen die Schmerzen zu geben. Denn Verbrennungen tun höllisch weh. Dann muss man schauen, wie groß die verletzte Fläche ist. Denn bereits zehn Prozent verbrühte oder verbrannte Fläche (das entspricht zehnmal dem Handteller des Kindes mit allen Fingern) wird medizinisch als Notfall eingestuft, weil es zu Kreislaufproblemen etc. kommen kann und das Kind eventuell sogar im Krankenhaus versorgt werden muss.
Wichtig ist, dass Sie die Wunden frisch in einer Praxis anschauen lassen, damit sie adäquat versorgt werden können. Und bitte, bitte: NICHTS auf die Wunden draufmachen. Es existieren noch immer die Geschichten über so genannte Hausmittelchen wie Zahnpasta, Puder, Joghurt usw. Bitte nur kühles Wasser - und falls vorhanden spezielle Brandwundenpflaster. Ansonsten die Wunde einfach offen lassen und rasch in ärztliche Behandlung.
Wenn das dann so geschieht, ist es zum Glück so, dass die allermeisten Brand- und Verbrühungsverletzungen gut zu behandeln sind und in der Regel rasch abheilen.
Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie auf paulinchen.de.
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