Choose your language

Tipp vom Doc

Das Baby schreit – was ist da los??

Viele Eltern, besonders junge Eltern, fragen uns immer wieder: Warum schreit unser Kind so oft / so lang / so laut? Darauf gibt es freilich nicht die eine Antwort. Aber durchaus ein paar wichtige Denkanstöße.

Zunächst mal muss man sich vergegenwärtigen: In den ersten Lebensmonaten hat ein Kind eigentlich nur ein Mittel, um sich auszudrücken und das ist eben seine Stimme bzw. Weinen / Schreinen. Es schreit also, wenn es Hunger hat, wenn es müde ist, wenn die Windel voll ist, wenn es Schmerzen hat usw. Es gibt unzählige Gründe.

Die wichtige Botschaft ist dann erst mal: Eltern sollen sich Zeit geben und lernen, das Weinen einzuordnen, die feinen Nuancen des Weinens zu unterscheiden und so nach und nach dahinterkommen, was jeweils der Grund ist.

Ein zweiter wichtiger Punkt: Wenn Eltern sich sehr unsicher fühlen mit dem Thema oder wenn ein Kind – und das ist schwer zu definieren – auffallend viel weint, dann sind wir Kinderärztinnen und Kinderärzte natürlich zur Abklärung da.

Der allerwichtigste Punkt ist aber: Viele Babys weinen einfach deswegen, weil sie es nicht schaffen, sich selbst zu regulieren und zu innerer Ruhe zu kommen. Und je jünger ein Baby ist, umso normaler ist dieser Zustand.

Darum ist der wichtigste Rat auch: Ein weinendes, schreiendes Baby benötigt in den allermeisten Fällen erst mal einfach nur eine sogenannte Ko-Regulierung, also ein Beistehen von außen. Jemand, der da ist und dem Baby signalisiert „alles ist gut, die Welt ist sicher, ich passe auf dich auf“. Jemand, der Nähe gibt und mit ruhiger Stimme spricht.

Das Ziel muss dabei gar nicht sein, dass das Baby aufhört zu schreien – es darf auch mal eine Zeitlang schreien –, es darf nur nicht alleingelassen werden. Eltern sollen versuchen, dem Kind so viel Nähe und Ruhe wie möglich zu geben. Und das ist im Alltag gar nicht so einfach.

Normales Schreien oder „Schreibaby“? Hier gibt’s mehr Infos.

zur Tipp-Übersicht

Weitere interessante Tipps

Stuhluntersuchungen

Ein Thema von zunehmender Bedeutung sind unnötige und oftmals teure Stuhluntersuchungen. Mit einer Stuhlprobe kann man sehr wenige sehr sinnvolle Untersuchungen vornehmen. Man kann damit aber auch eine ganze Menge - um im Thema zu bleiben - Scheiß machen.

Vergleichen

,,Vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, sondern immer nur mit sich selbst." Ein wunder-schöner Satz des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi, der vor rund 200 Jahren gelebt hat.
Und ja, ich weiß: Das ist schwierig.

Neurodermitis 2

Trockene, juckende, teils auch entzündete Haut - das kann Neurodermitis sein, muss es aber nicht. Denn so wichtig dieses Krankheitsbild ist, so kompliziert kann es auch sein, es zu erkennen und zu behandeln. Im zweiten Teil zum Thema schauen wir uns die Aspekte Behandlung, Pflege und Prognose an.