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Tipp vom Doc

Wer profitiert? Vorsicht bei medizinischen Infos in Sozialen Medien!

… und ja, der Doc verbreitet selbst jede Menge medizinische Infos auf Insta & Co. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Er verfolgt mit seinen Kanälen keinerlei wirtschaftliche Interessen. Das kann man leider bei Weitem nicht von allen sagen, die sich in diesem Bereich tummeln …

Die Folge: Eltern werden zunehmend mit Informationen überflutet, hinter denen oft ein großes wirtschaftliches Interesse steckt. Ein Kinderarzt-Kollege sprach von einer „Anarchie der Informationen“, der Eltern in den Netzwerken ausgesetzt sind. 

Bestes Beispiel: Nahrungsergänzungsmittel (NEM), also Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B12, Jod usw. Hier wird Eltern immer öfter vermittelt, dass es zu mehr oder weniger dramatischen gesundheitlichen Folgen kommt, wenn sie ihrem Kind nicht ganz schnell dieses oder jenes Präparat geben. Dabei ist die wissenschaftliche Datenlage recht einfach: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt ganz klar, dass Kinder und Babys Vitamin D benötigen und in bestimmten Fällen in einem bestimmten Zeitraum noch Jod. Ansonsten gibt es keinerlei Empfehlungen für NEM.

Und trotzdem wird das auf Social Media ganz häufig anders dargestellt. So wird Druck aufgebaut, dass Eltern bestimmte Präparate für ihre Kinder kaufen. Was man wissen sollte: Der Markt mit NEM in Deutschland setzt im 4,2 Milliarden Euro pro Jahr um! Darum sollte man immer genau und kritisch prüfen, wenn solche Infos im Netz gestreut werden: Wer steckt dahinter? Sind da auch wirtschaftliche Interessen im Spiel?

Das Ganze ist in zwei Richtungen eine wachsende Belastung: Wir seriös praktizierenden Kinderärztinnen und Kinderärzte müssen immer mehr Zeit investieren, um Eltern die Sorge zu nehmen, dass ihre Kinder einen Mangel erleiden, wenn sie nicht A oder B supplementieren. Und die Eltern sind sowieso gestraft: Zusätzlich zum ohnehin hohen „Mental Load“ werden sie dazu gebracht, sich noch mehr Sorgen um die „Optimierung“ ihrer Kinder zu machen und den Geldbeutel zu zücken.

Dabei wären die Zeit, das Geld und die Energie, die hierfür draufgehen viel, viel besser in gemeinsame und entspannte Zeit mit den Kindern investiert – und damit wäre auch ihrer Gesundheit langfristig mehr geholfen.

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