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Tipp vom Doc

Werbeverbot für Süßes & Co.!?

In Großbritannien gibt es seit Januar 2026 ein Werbeverbot für extrem ungesunde Lebensmittel. Konkret dürfen Produkte mit deutlich zu viel Salz oder deutlich zu viel und zu dicht gepacktem Zucker vor 21 Uhr im Fernsehen nicht mehr beworben werden, online gar nicht mehr. Brauchen wir das in Deutschland auch?

Zum Hintergrund: In Großbritannien gibt es, ähnlich wie bei uns, eine massive Zunahme von Kindern, die schon sehr früh im Leben deutlich übergewichtig sind und damit für ihr weiteres Leben ein großes Risiko und eine große Bürde mit sich herumtragen müssen.

Das britische Gesundheitsministerium verspricht sich von dem Werbeverbot etwa 20.000 weniger übergewichtige Kinder in den nächsten Jahren.

Aus kinderärztlicher Sicht ist das daher auf jeden Fall etwas, über das wir hier in Deutschland auch nachdenken sollten. Natürlich werden einige genervt aufschreien: „Oh Gott, schon wieder Verbote, Verbote, Verbote!“

Aber dazu gibt es Folgendes zu bedenken: Zum einen wissen wir doch alle, wie schwer es ist, vorhandenes Wissen über Gesundheit im Alltag umzusetzen – und das gilt für Erwachsene. Für Kinder müssen wir besonders fürsorglich sein. Sie können allein erst recht nicht entsprechende Verhaltensweisen befolgen oder Maßnahmen umsetzen.

Eine Studie zeigte zudem erst kürzlich, dass es in Europa fast kein Land gibt, in dem gutes, gesichertes wissenschaftliches Wissen zur Gesundheitsprävention so schlecht umgesetzt wird, wie in Deutschland. Das ist doch umso mehr ein Grund dafür, über ein Werbeverbot nachzudenken.

Dazukommt: Es ist natürlich auch wichtig, das allgemeine Wissen rund um gesunde Ernährung und Verhaltensweisen zu verbessern. Man müsste überlegen, wie man in das Thema früher einsteigen kann – zum Beispiel durch ein Unterrichtsfach „Gesundheit“ oder „Prävention“, in dem schon in der Grundschule regelmäßig solche Themen gelehrt werden.

Dann braucht es auf lange Sicht vielleicht auch weniger Verbote und Vorschriften. Aber wir müssen in die Pötte kommen, sonst lassen wir unsere Kinder schändlich allein mit den Problemen des zunehmenden Übergewichts.

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